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Es gibt zwei Gründe, wegen derer die Menschen Sport treiben: Zum einen gibt es die Bewegungslust, die Bewegungsfreude und der Spaß an Sport und Spiel. Vor allem Kinder nutzen das Spiel, das zweckfreie Tun, um ihren Bewegungsdrang auszuleben. Im Laufe unserer Sozialisation „verlernen“ die meisten von uns das Spielen und das Bewegen. Letzteres wird unter anderem in den Medien immer wieder für die Vermehrung von so genannten Zivilisationskrankheiten verantwortlich gemacht.

  Die Aerobic-Abteilung in Essenrode |
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Erwachsene - und immer häufiger schon ältere Kinder - essen zu viel und bewegen sich zu wenig. Deshalb stehen „bei den Großen“ rationelle Gründe für sportliches Training im Vordergrund. Die Gesundheit als höchstes Gut des Individuums treibt uns zum Sport.
Alle, die Gewichtsprobleme haben, wollen durch das Training den überschüssigen Energiedepots an den Kragen. Wer "Fett verbrennen" möchte, muss mindestens zwanzig Minuten Ausdauer- bzw. Herz-Kreislauf-Training durchführen. Sinnvoll sind zwei bis drei Einheiten à ungefähr dreißig Minuten (Faustregel: 3 x 30). Je länger, je lieber! Aber obwohl lange Zeiteinheiten günstig für die Fettverbrennung sind, (denn dann ist gewährleistet, dass die kurzfristigen Energiespeicher leer sind, und dass die Reserven aus den Hüftpolstern angezapft werden,) sollte man anfangs immer die kleineren Zeiteinheiten an vielen Tagen der Woche vorziehen, anstatt einmal in der Woche alles zu geben. Die Menge des Schweißes gibt keinen Aufschluss über den Verbrauch der Fettmoleküle. Deshalb eignet sich vor allem bei Anfängern die Pulskontrolle, um die Intensitäten des Trainings zu steuern. Naturgemäß ist man in den ersten Trainingstagen hoch- wenn nicht sogar übermotiviert. Um aber bei 60 Prozent der maximalen Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems zu trainieren, muss man die momentane Herzfrequenz, also den Puls, kennen. Bei diesem Prozentsatz liegt der Zellstoffwechsel im aeroben Bereich. Die Zellen haben hierbei immer genug Sauerstoff zur Verfügung, damit auch der Fettstoffwechsel aktiviert und in Gang gehalten werden kann.
Sportler können diese Werte anhand von mathematischen Formeln berechnen. Aber wer hat beim Training schon einen Taschenrechner am Mann/ an der Frau? Es macht auch keinen Sinn, den Kopf damit zu belasten, denn selbst die errechnete Größe gibt nur einen Richtwert in Abhängigkeit vom Alter an. Die momentane Ernährungssituation, den Trainingszustand und die psychische Verfassung kann die Mathe-Formel nicht berücksichtigen.
Als Faustregel für das aerobe Training hat sich während des Sportes 180 minus Lebensalter bewährt. Das kann man schnell im Kopf rechnen. Von diesem Wert muss man noch 10 bis 20 Schläge abziehen, damit die Herzfrequenz tatsächlich im Bereich der Fettverbrennung liegt.
Als Ausdauersportarten gelten Joggen, Walken, Radfahren, Schwimmen, Inline-Skating und im Winter Skilanglauf. Neuerdings wurde das Sommertraining der Skilangläufer auch für das Walking adaptiert. Sportler, die zusätzlich zu den Beinen auch die Arme und den Oberkörper trainieren möchten, benutzen Stöcke. Dadurch soll das Training der aufrechten Haltung forciert werden, bei gleichzeitiger Entlastung des Schulter-Nacken-Bereichs. Das sogenannte Nordic Walking ist zur Zeit der neueste Trend der Fitnessszene. Ob es sich einen festen Platz im Herzen der Ausdauersportler erobert, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass der Energieverbrauch um so höher liegt, je mehr Körperanteile am Training beteiligt sind.
Von Training der Grundlagenausdauer spricht der Sportwissenschaftler, wenn der Sportler mehr als ein Sechstel seiner Skelettmuskulatur einsetzen muss, um über einen längeren Zeitraum bestimmte Leistungen zu erbringen. Und das ist bei allen aufgelisteten Sportarten der Fall.
Die zweite große Gruppe der gesundheitsbewussten Sportler gehört zu den Personen, die präventiv oder rehabilitativ bestimmte Körperregionen als Verletzungsprophylaxe trainieren wollen oder müssen. Glaubt man den Statistiken, leiden 2/3 der Bevölkerung an Rückenschmerzen, Tendenz steigend. Für diese Personengruppe wurden spezielle Kursprogramme erarbeitet. Unter dem Titel „Präventive Rückenschule“ bieten verschiedene Bildungsträger und Institutionen Kurse an, in denen vor allem die Rumpfmuskulatur gestärkt wird und die Aktivitäten des täglichen Lebens auf den rückengerechten Prüfstein gestellt werden.
Aber auch die klassischen Angebote der Sportvereine leisten ihren Beitrag in den verschiedensten Gymnastikkursen. Wenn es nicht gerade Aerobic- oder Step-Aerobic-Stunden sind, stehen die Inhalte der funktionellen Gymnastik im Vordergrund des Trainings. Selbst die trendigen Bauch-Beine-Po-Stunden unterliegen bei qualifizierten Trainern strengen Kriterien hinsichtlich der Übungsauswahl und Übungsdurchführung. Funktionsgymnastik orientiert sich an den biomechanischen Gegebenheiten aller Gewebearten. Deshalb sollten gute Übungsleiter wenigstes Grundkenntnis in Anatomie und Physiologie haben, um vor allem neue Übungen hinsichtlich ihrer Funktionalität bewerten zu können.
Um den Energieverbrauch einigermaßen hoch zu halten, sollte man große Muskelgruppen, die die Gelenke mobilisieren, ansprechen. Um den Aktionsradius der Gelenke zu erhalten oder zu verbessern, ist es ratsam, dass in den Übungsstunden auch Dehntechniken vermittelt werden. Welche Methoden und Übungen dafür ausgewählt werden, ist individuell unterschiedlich und dem Geschmack des Trainers bzw. der Trainierenden überlassen.
Großräumige Bewegungen sind willkürlich auszuführen. Will man aber die Haltemuskulatur ansprechen, die uns aufrecht hält ansprechen, muss man sensomotorische Reflexe auslösen.
In dem Moment, in dem wir aus dem Gleichgewicht gebracht werden, gibt es Rückkopplungen über bestimmte Sensoren und das Nervensystem, die dazu führen, dass die Stabilisatoren des Rumpfes neu ausgerichtet werden. Diese Stabilisatoren sind kleine Muskeln, vor allem im Bereich des Rückenstreckers nahe den Wirbelkörpern. Wer schon mal versucht hat, mit geschlossenen Augen auf einem Bein zu stehen, merkt schnell die Regelmechanismen, die der Körper einsetzt, um die Balance zu finden. Regelmäßiges Training dieser Art von Feinkoordination führt schnell zur Verbesserung des „wackligen Gefühls“.
Vor allem in Rückenschulen wird seit noch nicht allzu langer Zeit verstärkt auf das so genannte Haltungstraining eingegangen. Da die Haltungskontrolle unbewusst gesteuert wird, muss man über ungewohnte Ausgangspositionen oder unebene Untergründe neue Trainingsreize setzen. Nichts anderes macht „propriozeptives Training“ aus. Viele Übungen stammen hier aus dem Bereich der Körperwahrnehmung, um die Ansteuerbarkeit der Muskulatur zu erhöhen. Zusammenfassend kann man vier wichtige Aspekte einer Trainingseinheit herausstellen:
- Ausdauertraining zur Fettverbrennung oder zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems
- Mobilisation der großen Muskelgruppen für zielgerichtete Bewegungen
- Stabilisation der aufrechten Haltung
- Dehnung, um die Gelenkbeweglichkeiten zu erhalten.
Wie immer gibt es unterschiedliche Wege, um oben genanntes zu erreichen. Es gibt Sportarten, in denen der Wettkampfcharakter im Vordergrund steht, andere betonen das Spiel, und wieder andere arbeiten mit Musik oder Bällen. Es gibt wenige Sportarten, die per se ungesund sind (Kampfsportarten mit Vollkontakt). Es gibt einige, die nur im (Hoch-) Leistungssport gefährlich sind. Wobei sich meines Erachtens der Gesundheitsgedanke des Sporttreibens sowieso verabschiedet, wenn mit dem Sport Geld verdient wird.
Bei den meisten Sportarten kann man getrost verweilen, wenn die Trainer ihren Übungskanon von Zeit zu Zeit an die neuesten Forschungserkenntnisse anpassen.
Die Mehrheit der Übungsleiter ist lizenziert. Das bedeutet, dass in bestimmten Zeiträumen ein gewisses Maß an Fortbildungszeit erbracht werden muss, um die Lizenzen zu verlängern. Dadurch kann der neueste Sachstand zeitnah an das Fachpersonal weitergeleitet werden, wovon die Mitglieder im Verein profitieren. Informieren Sie sich bei den Verantwortlichen über das Angebot und besuchen eine der vielen Gruppen des Übungsbetriebes der SKG.
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